In England Englische Pfund umtauschen wird billiger EUR/GBP 0,83

07.02.12

Das Englische Pfund muss den Euro trotz der drohenden Staatspleite in Griechenland vorlassen. So klettert der Euro Pfundkurs in den letzten Stunden von EUR/GBP 0,8264 auf 0,8330 (+0,80 Prozent). An den Finanzmärkten setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein griechischer Bankrott nicht so tragisch wäre.

Gleichzeitig kommt das Englische Pfund auf dem Heimatmarkt unter Druck, weil die Bank von England (BoE) ihre Käufe von Staatsanleihen ausweiten dürfte. Analysten rechnen bei der BoE-Sitzung am Donnerstag mit einer Aufstockung des Ankaufsprogramms von 275 auf 325 Milliarden Pfund. Den Leitzins im Vereinigten Königreich dürfte man bei 0,50 Prozent belassen.

Den umfangreichen Käufen von Staatsanleihen durch die Bank von England ist es auch zu verdanken, dass der britische Finanzminister vergleichsweise günstig an neue Kredite kommt. So rentieren zehnjährige Schuldtitel (Gilts) aktuell bei 2,17 Prozent. Frankreich hat man bei den Zinskosten bereits abgehängt. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone rentieren die Langläufer nach dem Verlust der Top-Bonitätsnote „AAA“ bei 2,92 Prozent.

An deutsche Bundesanleihen kommen die Briten jedoch nicht heran. Die Staatspapiere der Bundesrepublik Deutschland stehen wie ein Fels in der Brandung bei 1,93 Prozent. Allerdings liegen Gilts, die auch mit der höchsten Bonität „AAA“ ausgezeichnet sind, weit unter italienischen- und spanischen Schuldtiteln, deren Zinssätze bei 5,66 Prozent bzw. 5,09 Prozent notieren.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Umrechnungskurs Euro Englische Pfund derzeit in einer Seitwärtsbewegung. So pendelt die Kursentwicklung seit Wochen zwischen EUR/GBP 0,8265 und 0,8400. Ein Ende der Richtungslosigkeit ist nicht in Sicht, weil es die Europäische Zentralbank (EZB) der Bank von England gleichtun könnte und die Geldschleusen weiter öffnen dürfte.

Bis Ostern 2012 könnte die EZB mit ihrem Leitzinssatz auf 0,50 Prozent nach unten gehen und das Niveau der BoE erreichen. Eine quantitative Lockerung im Euroraum ist aufgrund der Vielstaaterei unwahrscheinlich. Stattdessen zieht es die Europäische Zentralbank vor den Banken rekordumfänglich Geld zu leihen, damit diese Schuldtitel klammer Euroländer kaufen und eine Senkung der Risikoaufschläge bewirken.